Ein Blick hinter die Hausaufgaben-Vermeidung: Für Eltern, die unsere YouTube Serie und Podcast-Folge (Kanal: Lernfeder – spielerisch leicht lernen) schon gehört haben und noch tiefer verstehen wollen, was im Kopf ihres Kindes wirklich passiert.
Du kennst die Szene vielleicht schon aus unserer Podcast-Folge „Lernlust statt Lernfrust“: Der Tisch ist aufgeräumt, die Hefte liegen bereit und dann beginnt die Klo-Tour, die Durst-Pause, die plötzliche Suche nach dem Radiergummi. Was wir in der Folge nur anreißen konnten, wollen wir hier vertiefen. Denn dieses Verhalten ist kein Einzelfall und keine Charakterschwäche. Es ist ein Muster, das sich je nach Kind ganz unterschiedlich zeigt, und genau das macht es für uns Eltern so schwer zu greifen.
Drei Kinder, drei Strategien – ein gemeinsamer Kern
Nicht jedes Kind flüchtet aufs Klo. Manche zeigen die gleiche innere Anspannung ganz anders, und vielleicht erkennst du dein Kind in einer dieser Varianten:
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- Das „perfektionistische“ Kind radiert so lange am Blatt, bis das Papier durchscheint, lieber gar nichts hinschreiben, als etwas Falsches stehen lassen.
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- Das „verhandelnde“ Kind diskutiert jeden Schritt: Erst noch fünf Minuten spielen, erst noch der Hund, erst noch … Es gewinnt Zeit, ohne „nein“ sagen zu müssen.
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- Das „vertäumte“ Kind wird auffällig leise, kritzelt vor sich hin oder starrt aus dem Fenster, es ist innerlich längst ausgestiegen.
Was alle drei verbindet: Es geht nicht um Faulheit oder fehlenden Willen. Es geht um ein Nervensystem, das gerade eine Bedrohung wittert, auch wenn diese Bedrohung von außen betrachtet harmlos wirkt: ein Matheblatt, eine Diktatübung, ein Leseauftrag.
Der Schmerzpunkt, über den selten gesprochen wird
In der Podcast-Folge haben wir den Blick auch auf die Eltern gerichtet und das zu Recht, denn genau dort liegt oft der eigentliche Knackpunkt. Die meiste Erschöpfung entsteht nicht durch die zehn Minuten Hausaufgaben an sich. Sie entsteht durch die Zeit davor und danach und das, was diese zehn Minuten in uns auslösen:
die leise Sorge, ob unser Kind „genug“ lernt. Der Vergleich mit dem Nachbarskind, das angeblich „ganz von selbst“ lernt. Die Erinnerung an die eigene Schulzeit, in der vielleicht ganz ähnliche Kämpfe stattgefunden haben. All das schwingt mit, wenn wir am Küchentisch sitzen und genau das spürt unser Kind, lange bevor wir ein Wort sagen.
Kinder sind feine Seismografen für die innere Anspannung ihrer Eltern. Wenn wir innerlich schon auf „Alarm“ stehen, bevor die erste Aufgabe gelesen wurde, spürt unser Kind diesen Druck – selbst wenn unsere Stimme noch ganz ruhig klingt.
Warum „Mehr üben“ oft das Gegenteil bewirkt
Ein verständlicher Reflex, wenn ein Kind sich schwertut: mehr Übungsblätter, mehr Wiederholung, mehr Kontrolle. Genau hier liegt jedoch eine Falle, die wir im Buch „Lernlust statt Lernfrust“ ausführlich erklären, an dieser Stelle nur so viel: Ein gestresstes Gehirn lernt meist nicht mehr, sondern sucht Wege den Stress zu kanalisieren und loszuwerden. Mehr vom Gleichen verstärkt dann genau das Muster, das wir eigentlich auflösen wollen.
Das bedeutet nicht, dass dein Kind weniger üben soll, es kann spielerisch üben, dazu mehr an anderer Stelle und in unserem Buch. Wichtig an dieser Stelle ist, dass die Reihenfolge entscheidend ist: Erst die innere Sicherheit, das Gefühl von Gborgenheit stärken und dann die Übung und nicht umgekehrt.
Eine Frage für diese Woche
Beobachte einmal, ohne sofort zu handeln: Wann genau, also bei welcher Art von Aufgabe, zu welcher Tageszeit, in welcher Stimmung, taucht das Vermeidungsverhalten bei deinem Kind auf? Und wann fast nie?
Diese Beobachtung allein verändert oft schon etwas. Denn sie verschiebt den Blick von „Was ist falsch an meinem Kind?“ zu
„Was braucht mein Kind in genau diesem Moment?“ und das ist, wie wir auch in der Folge gesagt haben, der eigentliche Anfang auf dem Weg von Lernfrust zu Lernlust.
Wie genau dieser Weg konkret aussieht, mit Übungen, die direkt im Alltag ansetzen, das zeigen wir ausführlich im Buch „Lernlust statt Lernfrust“.
Hast du die Podcast-Folge noch nicht gehört? Oder das Video auf YouTube noch nicht gesehen? „Warum dein Kind plötzlich aufs Klo muss, wenn Lernen angesagt ist“ jetzt überall, wo es Podcasts gibt und auf YouTube auf dem Kanal:
Paul ist diesmal auch dabei und gemeinsam mit Susanna und Roswitha zeigt er wie das so ist, wenn man nicht lernen will und viel etwas besseres vor hat und wie man leichter starten kann. Im Witha-Lernsystem gibt es die beiden Lichtkinder Paul und Lena, die die Kinder in die Welt der Zahlen und Farben und Wörter mit Bildern, Reimen und Geschichten begleiten.
Für mehr Leichtigkeit und Freude beim Lernen: Lernlust statt Lernfrust